Farben und Textilien haben seit Ewigkeiten eine große Bedeutung in meinem Leben. Schon vor meinem Studium der Freien Kunst und Textilgestaltung am Londoner Goldsmiths´ College und an der Berliner Universität der Künste habe ich mit Naturfarben experimentiert. Während des Studiums habe ich das Erforschen und Experimentieren mit den vielfältigen traditionellen und modernen Herstellungstechniken gelernt und meine eigene Mischtechnik aus bemalten und mit verschiedenen Leimen behandelten sowie bestickten Stoffen entwickelt, um daraus Raumteiler herzustellen. Nach dem Studium kam noch die Weberei dazu, die Webmeisterin Ruth Brachwitz war mir dabei eine sehr gute Lehrerin. Die Ikattecknik und die damit verbundene Färberei haben mich dabei besonders interessiert.

Bei einem einjährigen Aufenthalt in Mexiko habe ich mehrere Monate bei einem Projekt für Naturfarben die Pflanzen einer bestimmten Region auf deren Färbeeigenschaften untersucht und an zwei Orten Nahuaindianerinnen das Färben mit diesen Pflanzen unterrichtet.

 


Danach folgten viele Jahre als Übersetzerin für Englisch und Spanisch, in denen ich meist im Bereich Textilien Bücher übersetzt habe, beispielsweise die "Weltgeschichte der Bekleidung" von Patricia Rieff Anawalt in Zusammenarbeit mit drei Kolleginnen oder das "Handbuch Garne" von Penny Walsh.

Seit ein paar Jahren lege ich nun wieder selbst Hand an die Textilien. In meiner Werkstatt südlich von Berlin habe ich viel Platz, um mit Naturfarben arbeiten zu können.

 

Ein sehr wichtiges Thema  ist für mich der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen. Die Textilindustrie gehört zu den größten Umweltsündern, die Sozialbedingungen der Beschäftigten sind häufig katastrophal. Daher versuche ich, nur Materialien zu verwenden, die aus ökologisch und sozial vertretbaren Produktionen stammen oder wiederverwendet werden.